Interview: Julian Wiemar

Flagge_deutsch Julian Wiemar aus Erfstadt ist definitiv einer der talentiertesten deutschen Freestyler. Schritt für Schritt verbessert der 16 jährige sein Level auf dem Wasser und tastete sich in den letzten Jahren in Richtung Wettkampf um seinen Traum zu erfüllen. – Unter die Top 15 im Worldcup zu fahren.

Angefangen hat er 2010 mit einem zweiten Platz U-15 auf der Kids Europa-Tour, gefolgt von einem 7. Platz U-17 bei den Youth Worldchampionships 2011 und dem 5. Platz beim German Freestyle Batlle letztes Jahr in Großenbrode. Mit bereits guten Wettkampf Ergebnissen, tollen Videos und Bildern und viel Talent zeigt Julian, dass er 2016 nachdem er sein Abitur in der Tasche haben würd und sich ein halbes Jahr Zeit zum trainieren eingeplant hat, bereit ist es im Worldcup zu versuchen.

Wir haben bei Julian nachgefragt wie es momentan bei ihm aussieht und was 2013 auf ihn wartet.

Flag_EnglishJulian Wiemar from Erfstadt – near Cologne is definitely one of the most talented freestylers in Germany. He’s 16 years old and improving step by step on the water and in the competition scene to make his dream come true. – Top 15 on the PWA Worldtour.

He started with a second place U-15 on the European Kids Tour in 2010, followed by a 7th place at the Youth Wordlchampionships U-17 in 2011, before he joined the German Freestyle Battles last year and made it on the 5th Place in Großenbrode. With already some great results , some nice videos and pictures and a lot of talent Julian shows, that after passing his A-Levels in 2015 and a half year full of training at different freestyle spots, he is ready to give it a serious try on the PWA Worldtour in 2016.
We asked Julian how he is doing and what’s waiting for him in 2013.

Julian_Intro2

Flagge_deutsch Der Winter holt in diesen Tagen nochmals aus. War dir ein Trip ins Warme vergönnt oder mussten deine Homespots mit dicken Boots und Haube herhalten?

Julian: Ja tatsächlich, diesen Winter mussten zum ersten Mal wieder unterschiedliche Spots in Holland (Zeeland) herhalten. Geplant war eigentlich wieder eine Reise nach Ägypten, doch extrem überteuerte Flugpreise durchkreuzten unsere Pläne. Doch im nach hinein muss ich sagen, das Holland einfach perfekt war. Nach einem Blick auf den Windguru buchten Marco Lufen und ich ganz spontan am 24. Dezember zusammen mit ein paar Freunden aus Kiel und Hamburg ein Ferienhaus in Sharendijk am Brouwersdam und fuhren direkt am nächsten Morgen los. Und der Windguru hielt was er versprochen hatte: es herrschten die ganze Woche Temperaturen bis zu 12 Grad und jeden Tag Wind um die 20 Knoten. Das war irre und so verbrachten wir jeden Tag mindestens 5 Stunden mit 4.4er Segeln auf dem Wasser und lernten mit unserem persönlichen „Spot Guide“, Local Remko de Zeuwe neue, perfekte Freestyle Spots in Zeeland kennen (lacht). Den Tag bei Ebbe, auf der Nordsee an der Sandbank vor Ouddorp werde ich so schnell nicht vergessen…..

Puneta Lake

Wie bekommst du Schule und Windsurfen unter ein Dach?

Julian: Also ich versuche so viel Zeit wie möglich auf dem Wasser zu verbringen, unter der Woche zuhause endet mein Unterreicht unterschiedlich zwischen 13 und 16 Uhr, so dass ich danach noch die Möglichkeit habe einen windigen Nachmittag auf unserem Baggersee zum Surfen zu nutzen.

Und natürlich werden sämtliche Schulferien, sowie Feiertage und verlängerte Wochenenden voll und ganz zum Windsurfen genutzt. Letztes Jahr habe ich es im Januar nach Ägypten, über die Osterferien an die Ostsee, im Sommer einen Monat nach Alacati, gefolgt von 14 Tagen Ijsselmeer,  im Herbst 14 Tage nach Leucate und Ende Dezember dann, wie schon gesagt nach Zeeland geschafft. Ich bin schon relativ viel aufs Wasser gekommen letztes Jahr, doch mein Plan für die letzten beiden Schuljahre ist es, die Schule noch besser mit meinem Sport kombinieren zu können, das heißt ich möchte erreichen, meine Ferien für längere Trainingsreisen außerhalb Europa verlängern zu dürfen und für Wettbewerbe weiterhin freigestellt zu werden. Da steht jetzt wohl mal ein Gespräch mit der Direktorin an…

Im letzten Jahr hast du bei den German Freestyle Battles mit richtig guten Leistungen für Aufsehen gesorgt. Was ist für diese Saison an Wettkämpfen geplant?

Julian: Danke! Ja, mit dem 5. Platz in Großenbrode war ich ganz zufrieden, doch nächstes Jahr lautet das Ziel Top 4 Overall! (lacht). Dieses Jahr werde ich außerdem versuchen mein erstes EFPT (European Freestyle Pro Tour) Event mit zu fahren um weiterhin Erfahrungen auf internationaler Ebene zu sammeln.

Burner Alacati

In den letzten Jahren hast du deine Ferien immer wieder für ganz anständige Trips nutzen können. Welchen Spot empfiehlst du jungen Freestylern für ihre Sommer –  und Winterferien?

Julian: Für den Sommer ganz klar Sotavento auf Fuerteventura. Diese Windgarantie dort im Juli/August ist einfach das absolut Wichtigste für uns Schüler, die ja immer an feste Ferientermine gebunden sind. Es ist also absolut das Mindeste wenn man als Schüler seine Ferien schon zum surfen nutzen kann, die Garantie zu haben, jeden Tag aufs Wasser zu kommen (grinst). Im Winter kann ich absolut Dahab in Ägypten empfehlen: relativ windsicher, gute Freestyle Bedingungen, angenehme Temperaturen und insgesamt recht günstig zu wohnen und zu leben. Die Kanaren und Griechenland sind im Winter leider nicht windsicher und Brasilien, Bonaire etc. – nun ja (lacht), da sind die Flüge einfach zu teuer für zwei Wochen Ferien.

Blue Lagoon

Anfang Januar warst du beide Wochenenden bei deinen Sponsoren Starboard / Severne auf der Boot in Düsseldorf und hast das Glück gehabt einen neuen Sponsor für dich gewinnen können. Erzähl mal

Julian: Ja, genau! Ich bin super zufrieden. Die Boot war wieder ein voller Erflog. Ich konnte viele neue Leute kennenlernen, interessante Gespräche führen  und  Freunde, die ich länger nicht gesehen hatte, wieder treffen.  Und außerdem – du hast es ja schon erwähnt – : konnte ich die Firma Prolimit als Sponsor dazu gewinnen, die mich nun mit ihren hochwertigen und stylisch aussehenden Neopren-Anzügen unterstützt. Die müsst ihr euch unbedingt mal angucken. Ihr werdet mich ab sofort mit dem neuen türkis, grauen Mercury auf dem Wasser sehen.  Darüber freue ich mich am meisten und mein Vater (lacht),  glaube ich nicht viel weniger…denn er muss nun nicht mehr Anfang jeder Saison für Neopren und Trapez aufkommen.

Dein Severne Teamkollege Rick Jendrusch hat in unserem letzten Interview für sich ganz klar die Marschrute „Windsurfprofi“ ausgegeben. Wie sieht es bei dir aus wenn die Schule beendet ist?

Julian: Seit ich sieben Jahre alt bin träume ich jeden Tag davon einmal Windsurfprofi zu sein! Und diesen Traum werde ich ab 2015, also nach dem Abitur, motiviert und ambitioniert verwirklichen; ich werde mich ausschließlich aufs Windsurfen konzentrieren: d.h. ich werde so viele unterschiedliche Spots wie möglich bereisen und dort trainieren um mindestens unter die Top 15 im Freestyle Worldcup  zu fahren!

Kono Makkum

Danke für das Interview, Julian und alles Gute für die kommende Saison. Wir sind schon gespannt

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